Pro Airport Lübeck e. V.

Die aktuellen Diskussionen im Zusammenhang mit der erneuten Insolvenz des Lübecker Flughafenbetreibers sind leider mehr von Ideologie als von Sachargumenten geprägt.

Von Anfang an war klar, dass jeder Investor einen langen Atem sowie schlüssige Konzepte benötigt, um mit dem Flughafen und gegebenenfalls „angedockten“ Serviceunternehmen langfristig Geld verdienen zu können. Bei der Auswahl der letzten beiden Investoren, sowohl von der Stadt als auch in 2014 vom damaligen Insolvenzverwalter, stand jedoch eindeutig im Vordergrund, wie viel Geld die Investoren kurzfristig einbringen wollten. Branchenkenntnisse, nachhaltige finanzielle Leistungsfähigkeit und vor allem schlüssige Entwicklungskonzepte waren zweitrangig. Das war bei den Interessenlagen teilweise nachvollziehbar (die Stadt wollte die Pachtzahlungen sichern, der Insolvenzverwalter benötigte einen möglichst hohen Verkaufserlös, um die offenen Forderungen bedienen zu können). In der Folge waren beide Insolvenzen auf die mangelnde Bonität der Investoren bzw. deren Scheitern auf anderen Geschäftsfeldern zurückzuführen, die gar nichts mit dem Flughafen zu tun hatten.

Die zwischenzeitliche, durchaus positive und in die richtige Richtung verlaufende Entwicklung des Flughafens verdient eine angemessene Würdigung. Das Team um Dr. Steppe hat gute Arbeit geleistet:

  • Wizzair wurde als Ankerkunde des Flughafens gehalten
  • In 2015 neue Fluglinien nach Riga und Skopje eingerichtet
  • Für 2016 neue Linien nach Sofia und Bukarest akquiriert
  • Linienverbindung nach München (Angabe gemäß) vor dem Abschluss
  • Wartungsbetrieb für Privatflugzeuge zertifiziert und eingerichtet
  • Flugschule zertifiziert

Und auch die berechtigte Forderung nach der Generierung von Incoming-Tourismus wurde aufgegriffen und mit Leben erfüllt: Von Ende November bis Mitte Dezember wird ein schwedischer Reiseveranstalter 18 Flüge von verschiedenen schwedischen Städten aus nach Lübeck durchführen – es wird gezielt mit unserem tollen Weihnachts-Flair geworben. Die Gäste werden dabei in 5 Hotels in Lübeck und dem Umland übernachten. Weitere Einzelheiten siehe Winterflugplan des Flughafens sowie http://www.scandjet.se/julflyget. Es bleibt nur zu hoffen, dass Herr Prof. Dr. Pannen die Realisierung dieses für Lübeck wichtigen Pilotprojektes im Rahmen des Insolvenzverfahrens sicherstellen kann.

Die Voraussetzungen, um einen kompetenten und nachhaltig engagierten Investor zu finden, sind somit deutlich besser als 2014. Hinzu kommt, dass die Puren Germany GmbH augenscheinlich noch über nicht für den Flughafenbetrieb erforderliches Vermögen verfügt (Immobilien), mit dessen Veräußerung offene Forderungen beglichen werden können. Prof. Dr. Pannen kann somit bei der Investorenauswahl im Vergleich zu 2014 deutlich mehr Gewicht auf die Bonität eines potenziellen Investors sowie die Schlüssigkeit seines Betriebskonzeptes legen – im Interesse einer nachhaltigen Betriebsfortführung und der Sicherung der Arbeitsplätze.

Auch wenn die Lage derzeit schwierig ist – wir glauben weiterhin daran, dass LBC mit einem schlüssigen Betriebskonzept und einem seriösen Investor eine auskömmliche Marktnische finden und der Region Nutzen bringen kann.

 

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