Pro Airport Lübeck e. V.

Nachdem im Dezember medienwirksam eine drohende Insolvenz des Flughafens Rostock-Laage in den Raum gestellt wurde und der Geschäftsführer des Flughafens auf seiner Homepage am Jahresanfang einen mehr als peinlichen Vergleich zur Förderung der Verkehrsinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichte, herrscht jetzt wieder „eitel Sonnenschein". Das Land Mecklenburg-Vorpommern, in Person von Ministerpräsident Sellering, hat mal eben für die nächsten vier Jahre die „Verlustausgleichszahlungen" auf 1 Mio € pro Jahr verdoppelt. Und das alles ohne einen entsprechenden Landtagsbeschluss. Einzige Bedingung: die drei Gesellschafter (Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH: 54,1%, Landkreis Rostock: 35,6%, Stadt Laage: 10,3%) sollen weiterhin mindestens 1,8 Mio € pro Jahr dazu schießen.
Nun ist es ja nicht so, dass das schon alles ist. Der Flughafen Rostock-Laage befindet sich bereits in einer vergleichsweise komfortablen Situation, denn große Teile des laufenden Betriebs sowie diverse Investitionen sind komplett vom Bund und/oder Land gezahlt worden. Hierzu zählen z. B. die Kosten für Flugsicherung und Feuerwehr, die mit etlichen Hunderttausend Euro pro Jahr zu veranschlagen sind. Ebenso verhält es sich bei den Kosten für die kürzlich erfolgte Sanierung der Start- und Landebahn (6,1 Mio €). Neuinvestitionen werden zudem regelmäßig mit bis zu 90% aus öffentlichen Mitteln gefördert (neues Terminal: 25 Mio €, neues Vorfeld: 3,1 Mio Euro usw.). Und natürlich wird auch die Linienverbindung nach München seit Jahren mit Millionenaufwand vom Land „unterstützt" – hierfür muss der Etat der Tourismusförderung herhalten.
Das alles passiert seit Jahren mit dem Segen der EU, obwohl selbst die Landesregierung manchmal Bedenken hat, ob das alles EU-konform ist. Der große Unterschied zu Lübeck ist: wo kein Kläger, da kein Richter.
Eigentlich müsste man von Lübeck aus nun neidvoll nach Osten blicken. Denn seitdem Rot-Grün-Blau in Kiel regiert, wird kein einziger Euro mehr in die Flughafeninfrastruktur des Landes gesteckt. EU-Fördermittel zur Verbesserung der regionalen Infrastruktur, die zu Zeiten von Engholm, Simonis und Carstensen auch in die Verbesserung der Flughafeninfrastruktur des Landes Schleswig-Holstein geflossen sind, bleiben nun komplett aus. Ehrlicherweise sei gesagt, dass es um viele andere Infrastrukturprojekte in Schleswig-Holstein auch nicht gut bestellt ist.
Man kann sicher darüber streiten, ob die öffentliche Förderung von Regionalflughäfen zweckmäßig ist oder nicht, was und in welcher Höhe gefördert werden sollte. Aus unserer Sicht ist es jedoch nicht sinnvoll und zudem extrem wettbewerbsverzerrend, wenn ein Bundesland (Mecklenburg-Vorpommern) alle Mittel ausschöpft, um die luftseitige Erreichbarkeit mittels einem defizitären Regionalflughafen (Rostock-Laage) zu gewährleisten, ein anderes Bundesland (Schleswig-Holstein) sich aber komplett aus der Verantwortung stiehlt und die regionalen Flughäfen (Lübeck, Sylt) und Verkehrslandeplätze sich selbst überlässt. Eine einheitliche, zwischen den Bundesländern abgestimmte norddeutsche Förderpraxis ist gefragt! Und dies gerade deshalb, weil der Lübecker Flughafen als einziger norddeutscher Passagier-Flughafen in privater Hand ist und das Ergebnis seines wirtschaftlichen Handelns selbst verantworten muss.
Das neue norddeutsche Luftverkehrskonzept hat in Sachen „öffentliche Förderung" leider auch keine eindeutigen Vorgaben gemacht, und da der Luftverkehr immer noch Ländersache ist, werden „Kleinstaaterei" sowie unwirtschaftlicher und unkoordinierter Einsatz von Fördermitteln wohl munter weitergehen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen