Pro Airport Lübeck e. V.

Der Pro Airport Lübeck e. V. freut sich, dass am Lübecker Flughafen mit der chinesischen PuRen-Gruppe ein neuer, diesmal offensichtlich finanziell potenter Partner das Ruder übernommen hat. Damit sind der weitere Flugbetrieb sowie die Arbeitsplätze der engagierten Flughafenmitarbeiter zunächst gesichert. Außerdem erhält die Hansestadt Lübeck jährliche Pachtzahlungen in Höhe von 400.000 €.

Bei allem Optimismus bleibt jedoch die Frage nach dem Geschäftsmodell, mit dem Puren den Flughafen langfristig erfolgreich machen möchte. Hier wäre eine transparente und offensive Öffentlichkeitsarbeit hilfreich, um Politik und interessierte Bürger vom Geschäftsmodell zu überzeugen. Und letztendlich überzeugt nichts mehr, als positive Botschaften: neue Flugziele, neue Airlines oder Unternehmensansiedlungen am Flughafen - das wären Botschaften, die überzeugen.
Solange keine neuen Fakten vorliegen, bleiben viele Fragen nach dem „Warum“ bei dieser Investition. Anders als bei den ägyptischen Visionen, die von Anfang an wie Geschichten aus „1000 und einer Nacht“ wirkten, lassen sich die möglichen Pläne von Herrn Chen in ein plausibles Umfeld einordnen: die Öffnung des chinesischen Luftraumes für private Piloten, private Investitionen in chinesische Infrastruktur, Flughäfen wie Krankenhäuser. Hier hat Puren bereits investiert und will es weiterhin tun. Es gilt, den Markt zu entwickeln. Im Bereich Luftfahrt sind neue Piloten als künftige Kunden auszubilden und Mitarbeiter für den Betrieb der Flughafeninfrastruktur auszubilden. Der Lübecker Flughafen ist hierfür ideal: alle bisherigen und künftigen Erfahrungen bei Betrieb und Ausbau können auf chinesische „Auszubildende“ übertragen werden, für die Schulung von Piloten gibt es ideale Rahmenbedingungen.
Ähnlich verhält es sich im medizinischen Bereich: Ärzte aus den Puren-Kliniken könnten an der Lübecker Universitätsklinik eine gezielte Fortbildung erfahren, Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern in Lübeck behandelt werden. Chinesische Kliniken mit entsprechenden Kontakten würden einen erheblichen Gewinn an Reputation verzeichnen.
Sollten die Investitionsüberlegungen in diese Richtung gehen, wäre ein chinesisches Interesse am Betrieb des Lübecker Flughafens auf Jahre ausgelegt – mit erheblichen positiven Effekten auch für Lübeck.
Solche Geschäftsideen können erhebliche zusätzliche Deckungsbeiträge für das Geschäftsergebnis des Flughafens generieren. Um „schwarze Zahlen“ zu schreiben, ist es jedoch unverzichtbar, in den angestammten Geschäftsfeldern endlich erfolgreicher zu sein.
Das nächste Jahr wird zeigen, wohin der Weg des Flughafens geht. Wir wünschen ihm viel Erfolg und der Region einen großen Nutzen von und mit Lübeck-Blankensee.

 

 

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